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[   Band 4 Brief 128:    Humboldt an Caroline    Chatillon, 14. Februar 1814   ]


Dazu aber tut viel die frühe Gewohnheit, den Kopf mit etwas,
das keinen anderen, unmittelbaren Zweck hat als das Wissen, zu
beschäftigen.
Nun lebe wohl, süße, inniggeliebte Seele.
Umarme die Kinder. Ewig Dein H.


129. Humboldt an Caroline                 Chatillon, 20. Februar 1814

Ich habe Dir schon mehrere Male von den partiellen Un-
fällen geschrieben, die den Marschall Blücher betroffen
haben. Es sind Gefechte mit Sacken, mit York und mit
Blücher selbst vorgefallen. *) Von den ersten wissen wir bis jetzt
noch immer nicht den eigentlichen Zusammenhang und die genauen
Umstände. Allein von letzterem habe ich genauere Nachrichten, und
es ist nicht zu leugnen, daß selten eine gewonnene Schlacht einem
General und seinen Truppen soviel Ehre macht, als dies Gefecht
Blüchern, dem Kleistischen Korps und den Russen, die er bei sich
hatte. [Folgt genaue Beschreibung der Schlachten.]
Ein englischer Bericht enthält über die Truppen und die Ge-
nerals folgende Stelle: »I want words to express my admiration of
the intrepidity and disciplin of the troops. The example of
Field-Marshall Blücher himself who was everywhere and in the
most exposed situations, of General Kleist and Kapsiewitz **), of
General Gneisenau who directed the movement on the Chaussee,
of General Zieten and Prince Augustus of Prussia always at the
head of his brigade animating it to the most heroic efforts,

———
*) Gemeint sind die Gefechte bei Champaubert, Montmirail, 
   Chateau-Thierry und Etoges, 10. bis 14. Februar.
**) Befehligte das 10. russische Infanterie-Korps.

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