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[ Band 7 Brief 152: Humboldt an Caroline Jena, 19. Dezember 1826 ]
war. Valenciennes *) hat er hier den Tag über bei Oken **) ge- lassen, und er hat bei Carolinen allein gegessen. Oken und Fries waren heute zum Essen bei Carolinen. Beide sind sehr interessant, wenn auch Oken etwas sonderbar. Nach Rudolstadt gehe ich von Weimar aus. Nun schlafe wohl, einzig teures Wesen. 153. Caroline an Humboldt Berlin, 19. Dezember 1826 Teures Herz, verzeih, wenn ich Dir heut nur einige Zeilen schreibe, allein die vielen Weihnachtsbesorgungen haben mir ganz den Kopf verrückt. Das Fatale ist, daß mir alles so langsam von der Hand geht. Sonst so schnell — das ist ordentlich ein verändertes Dasein. Die Kistchen nach Züllichau und Herrnstadt sind eben abgegangen. . . . Mit dem König geht es so gut, als es unter den Umständen möglich ist. Er wollte den 24. von hier abreisen und den 25. in der Stunde der Verlobung in Weimar unerwartet eintreten. Es soll ihm ganz besonders leid tun, dies nicht zu können. Es war ein recht freundlich liebevoller Gedanke. Nun Adieu für heut. Viel Schönes allen, die meiner ge- denken. Der Großherzogin lege ich mich zu Füßen. Ich verehre sie wahrhaft. Goethen meine Grüße. Alles ist wohl und heiter. ——— *) Achille Valenciennes, geb. 1794, † 1864, siehe Bd. VI. **) Lorenz Oken, geb. 1779, † 1851, Naturforscher, lebte bis 1827 als Privatgelehrter in Jena. 294